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Ist es nicht interessant, wie sich auch hier wieder der Bogen schließt?

Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.

Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen – echt famos!

Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert. …

Es kursiert seit ca 3 Wochen (z.B. hier) dieses wunderbar pointierte Gedicht über die aktuellen Börsenphänomene, das aufgrund des Stils Kurt Tucholsky zugesprochen wird und auf 1930 datiert wird. (z.B. hier)

Anscheinend ist dies schein-wahr ;)

Nach der Darstellung im Sudelblog wäre die Entstehung oder Inszenierung dieses Gerüchts durchaus auch ein Thema für dieses Seminar …

Schon die Tatsache, dass Tucholsky damals von Leerverkäufen und Derivaten schrieb, sollte einen arg stutzig machen. Vom Stil ganz abgesehen. Wohl auch deswegen gingen bei der Tucholsky-Gesellschaft schon mehrere Anfragen ein, ob dieses Gedicht tatsächlich von Tucholsky stamme. Diese Frage haben sich ebenfalls einige Leser im Niggemeier-Blog gestellt, wo das Gedicht bald aufgetaucht war. Und sie haben des Rätsels Lösung gefunden …



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Kommentare

Ein Kommentar bis jetzt

  1. gerold_m on Oktober 31, 2008 8:11 pm

    …im GWK-Verteiler ist das ja auch rumgegeistert- zunächst mit Tucholskys Autorenschaft, später korrigiert. Der Autor bleibt aber anscheinend unbekannt.
    Erstaunlich wie förderlich ein bekannter Name wirkt: Tucholsky- Gefühl von Qualität- damals schon über das Thema geschrieben- heutige Brisanz belegt.
    Klassische Experten-Strategie?

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Dieses Weblog begleitet das Projektseminar »schein-wahr« (HS+Ü) im WS 2008/2009, Audiovisuelle Kommunikation/Neue Medien, GWK, UDK. Betreuer: Prof. Klaus Gasteier

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